Hier in Camp Terre de Ocean haben wir einen grossen Platz und richten uns ein bis ende Februar. Der Camp wird von einem französischen Ehepaar geführt, deshalb sind nahezu 90% Franzosen auf dem Platz. Ein Restaurant, sowie ein grosser Pool gehört dazu. Jeden Nachmittag wird Boule gespielt und jeden Donnerstag um halb zehn wird gewandert wer mag. Wir schliessen uns gerne an und erkunden gemeinsam die Gegend.
Das kleine wunderschöne Fischerdorf Taghazout liegt 21km nördlich von Agadir und nur ca. fünf Minuten mit dem Roller von unserem Camp entfernt.
Die weiss-blauen Häuser säumen sich um den Strand und so manches kleine Beizli lädt zum Verweilen ein. Von hier aus kann man die vielen Surfer beobachten, die mit viel Geschick sich in die grossen Wellen schmeissen um von diesen an Strand getragen zu werden. Viele Surfer Shops warten auf zahlungskräftige Kunden.
Fischerboote sind auf den Strand gezogen und die Netze werden fleissig geflickt.
Der kleine Ort ist in jeder Hinsicht ein Kontrast zum überlaufenen und teuren Agadir.
Bei einem Händler kaufen wir ein typisches marokkanisches Gebäck, den Sfenj - der in heissem Öl gebacken und anschliessen in Zucker und Zimt gewendet wird - köstlich.
Bei einem Strandspaziergang begegnen uns viele Hunde, einer davon mit gebrochenem und offenen Vorderbein. Ich muss helfen....... wenigstens mit Futter.
Die nachfolgenden Bilder sind Einblicke von den Wanderungen in die "steinreiche" Gegend hier rund um den Camp. Mal sind wir mit der Donnerstaggruppe unterwegs, mal alleine. Wir treffen auf viele Dromedare die zur Wassertränke unterwegs sind. Ein Dromedar kann bei Durst in 15 Min. 200 Liter Wasser saufen!! Dies reicht dann für vier Wochen.
Treffen wir auf Einheimische sind diese immer freundlich und winken einem zu.
Heute entschliessen wir uns zu einer Velotour übers Gebirge nach Taghazout. Bald schon lassen wir den Campingplatz hinter uns und eine angenehme Stille begleitet uns. Diese steinreiche Landschaft mit den vereinzelten Arganbäumen und den kurz auftauchenden Siedlungen faszinieren uns immer wieder aufs Neue.
Heute ist für die Marokkaner Sonntag und zwei Jungs begleiten uns ein kurzes Stück auf ihren selbst gebauten, klapprigen Rädern. Nach zwei Stunden kommt der erlösende Wegweiser und nun folgt eine rasante Abfahrt zurück Richtung Meer.
In unserer Strandbeiz geniessen wir einen kühlen, frisch gepressten Orangensaft mit Blick aufs Meer und lassen die müden Knochen baumeln, bevor wir mit vielen neuen Eindrücken auf dem Camp ankommen.
Heute in der Früh krachseln wir mit der "Donnerstaggruppe" den Berg hoch. Es ist noch schattig und für den steilen Anstieg sehr angenehm mit den Temperaturen. Schon nur wegen der Aussicht lohnt sich dieser schweisstreibende Marsch. Atemberaubend diese Sicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause machen wir uns auf den Rückweg der alles andere als angenehm ist. Gute Schuhe sind hier ein Muss. Immer wieder rutschen die Steine unter den Schuhen weg. Stachelige Kakteen versperren einem den Weg, Büsche mit spitzen Dornen muss man im Auge behalten - trotz allem - ein toller Tag den wir gemütlich ausklingen lassen.
Der nächste Morgen sind wir alleine unterwegs und treffen am Eingang zum Camp auf einen Welpen. Wolfi holt kurz im Womo Fleischresten und gierig verschlingt er diese und läuft uns nach...... So war das nicht gemeint - er kann unmöglich diese Tour mitlaufen!
Weiter oben treffen wir auf einen Touristen mit Hund und so läuft der Kleine freudig auf seinen Kollegen zu und wir marschieren weiter. Ich frag mich immer wieder was wohl aus ihm geworden ist und ob er doch seine Mutter wieder getroffen hat.
Nach dreiviertel Stunden biegen wir ab und laufen in Flussbett Richtung Meer. Kein einziger Tropfen Wasser finden wir - die Marokkaner sagen, dass dieses Jahr ungewöhnlich trocken ist und die Natur leidet.
Auf die heutige Tour freuen wir uns sehr. Fritz und Sonja begleiten uns mit ihrem Jeep und wir kurven mit dem Roller über eine zum Teil abenteuerlicher Strasse Richtung Tamraght-Tal einem Ausläufer des hohen Atlas ins Paradise Valley. Dies liegt etwa 35km von Agadir entfernt. Bevor es so richtig in die zerklüfteten Felsformationen geht, halten wir in einem kleinen Strassencafe und geniessen einen frisch gepressten Orangensaft.
und weiter geht's ins Tal hinein. Bald schon taucht der Parkplatz auf und ab jetzt sind wir zu Fuss unterwegs. Steil Bergauf und auf der Höhe dieser gigantische Blick über die Oase, die sich um die Felsen schlängelt. Da unten hat sich so mancher Marokkener ein Beizli eingerichtet und hofft auf hungrige Besucher. Auch uns knurrt der Magen und gerne lassen wir uns von einem marokkanischen Gericht verwöhnen. Wenn hier die Temperaturen ins unerträgliche steigen, setzt man sich einfach auf einen Stuhl der im Wasser steht und schon ist die Abkühlung garantiert.
Gut gestärkt wandern wir weiter auf einem schmalen Pfad, der zu den berühmten kleinen Wasserfällen und den vielen Wasserbecken führt. Der hinterste im Tal, von hohen Felswänden eingekesselte Tümpel ist der tiefste. Adrenalinjunkies springen hier, von den hohen Klippen aus ca. 20m in das erfrischende Nass. Ein Blick über den Felsrand lässt mich schaudern. Wir sind am Ende des Tals angekommen. Es wird langsam kühl, denn die Sonne verabschiedet sich aus dem Tal und lässt die Felsen in einem warmen Rotton leuchten.
Ein Hund begegnet uns und ich frage mich von was er sich ernährt. Ein nettes Wort und schon wird mit dem Schwanz gewedelt - das sind wahre Überlebenskünstler!!!
Für uns wird es höchste Zeit uns auf den Rückweg zu machen. Beim letzten Beizli probieren wir den Honig und kaufen ein Glas.
Auf der Höhe nochmals ein letzter Blick über das Tal, das schon in Schatten liegt. Nun wird es kühl auf dem Roller - aber was solls....... es war ein beeindruckender Tag.