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September

Villfranche sur Saone

Wir verweilen immer noch in Villfranche sur Saone und geniessen die warmen Temperaturen.

Am 2. Sept. gegen Abend besuchen uns Christel (Wolfis Schwester) und Aschi aus Bern. Am nächsten Tag radeln wir gemeinsam der Saone entlang etwa 30km insgesamt.

Wolfi hat unheimlich Glück, denn im letzten Kreisel erwischt ihn ein Auto und schleudert ihn auf die Fahrbahn. Ein riesiges Aufgebot an Sanität drei insgesamt, zwei PolizeipatrouiIlen; sowie zwei Krankenautos!!! stehen beim Kreisel und der Verkehr kommt fast zum Erliegen. Die Fahrt im Krankenauto war spektakulär; bei jedem Kreisel werden die Martinshörner eingeschalten. Die Begleiterin spricht nur sehr wenig englisch und so bin ich auf Hände und Füsse angewiesen. Kurz; Wolfi hat Prellungen am Knie und der Rippenbogen ist ebenfalls gequetscht und schmerzt ziemlich. Das wird ihn noch ein Weilchen begleiten - dem Schutzengel ein herzliches Dankeschön.......

Die Berner fahren heute Mittwoch wieder nach Hause und wir beschliessen am Samstag weiterzufahren in der Hoffnung auf weniger Verkehr.

 

 

Wir tuckern ohne Autobahn auf Landstrassen nach Forges, in ein kleines Dörfchen mit Stellplatz. Der nächste Tag putzen wir aussen das Womo, vor allem das Dach hat es dringend nötig. Gegend Abend duftet es herrlich wieder nach frischem Brot.

Montignac ein historisches Städtchen

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Heute ist eigentlich das Ziel Bordeaux.......aber unser Navi hat mit uns anderes im Sinn!! Auf halber Strecke zwischen Les Eyzies und Montinac-Lascaux treffen wir auf eine Sehenswürdigkeit die es Wert ist für eine Stunde einen Stopp einzulegen.

Der beeindruckende Felshang "Roque Saint-Christophe" zieht sich über einen Kilometer Länge und überragt die Strasse und den Fluss Vézère um einige hundert Meter. Der Hang zählt 5 Terrassen, die der Fluss seit 60 Millionen Jahren in den Stein gräbt. Diese Felswand diente zunächst als Unterschlupf für Jäger und Sammler, zuerst siedelte hier vermutlich der Neandertaler.

Der 1km lange und mehr als 80 Meter hohe Felsen ist die grösste Höhlenanlage Europas, die grösstenteils im Mittelalter entstanden ist. Wir freuen uns auf den Rundgang und haben viele Bilder geknipst, die wir euch beschriftet haben.

 

Müde und voller Eindrücke kehren wir auf den Parkplatz zum Womo zurück. Das war ein tolles Erlebnis. Auf der Rückseite des gewaltigen Felsen halten wir nochmals an, denn dort stehen jede Menge Oldtimer der Marke Bugatti. Diese haben eine Pause eingelegt und wild wir gestikuliert, diskutiert, geflickt und die weiterführende Karte studiert. Wir sind mitten im Geschehen und geniessen den Trubel, den Gestank und Lärm der Motoren. Ein wenig sehnsüchtig kommt uns das Harley Treffen in den Sinn.

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Oh....... wir haben schlichtweg die Zeit vergessen und der Campingplatz hat sich in Luft aufgelöst. Das ist uns jetzt schon öfters passiert und so suchen wir weiter, was sich als schwierig herausstellt. Den nächsten steuern wir an - erst an der Rezeption sehen wir, dass das ein "Natur" Camping ist und die meisten ihre Kleider im Womo vergessen haben.......

Egal - wir sind müde und finden ein Platz bis Morgen.

Heute fahren wir wieder auf Nebenstrassen durch das schöne Burgund, das zu den ältesten und berühmtesten Weinregionen in Frankreich zählt. Die wunderschönen, zahlreichen historischen Weingutshäuser laden den vorbeifahrenden Gast zur Degustation ein.

Um die Mittagszeit fahren wir in Bordeaux ein und ergattern uns ein Stellplatz am Jachthafen. Von hieraus besichtigen wir die Stadt mit dem Roller oder Fahrrad.

 

Bordeaux

Mittwoch der 11. September steht unter keinem guten Stern.......

Wolfi holt denn Roller aus dem Anhänger; legt seinen Helm auf die Sitzbank - dieser fällt runter, rollt über die 2m hohe Quaimauer direkt ins Wasser. Noch schwimmt er - es herrscht grosse Hektik, wie bekommen wir ihn wieder aus dem Wasser bevor er sinkt. Mit der Verlängerung der Autofensterbürste schaffen wir es gemeinsam den triefenden Helm an Land zu bringen. Leider fehlen zu diesem Ereignis die besten Bilder......

Also planen wir um - Roller in Anhänger und Fahrräder raus. Meine Natelbatterie hat den Geist aufgegeben und so suchen wir zuerst den Apple Store. Es geht quer durch die Stadt an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei - die müssen aber warten auf später. Wie es in diesen Shops so ist, die Geduld wird auf die Probe gestellt - endloses Warten angesagt. Etwas entnervt kommen wir um 18:00 h aus dem Shop!! Wir verschieben die grosse Citytour auf den nächsten Tag.

Die Nacht am Jachthafen war alles andere als gemütlich. Ich höre um 2 Uhr immer wieder Jugendliche in der Nähe, die auf Krawall aus sind.

Nach einer schlaflosen Nacht sehen wir uns endlich die pulsierende Stadt mit ihren grandiosen, historischen Bauwerke aus früherer Zeit an. Es ist herrliches Wetter und ganz Bordeaux scheint auf den Beinen zu sein. Gegen  Mittag setzen wir uns müde in ein Cafe mit Blick auf die Garonne wo ein riesiges Schiff an der Quaimauer ankert und auf die rückkehrenden Touristen wartet. Menschen aus unterschiedlichen Kulturen schlendern an uns vorbei - spannend. Wolfi erklärt mir, dass die Strassenbahn das wichtigste Verkehrsmittel der Stadt ist und gilt auf Grund ihrer teilweise Oberleitungsfreien Ausführung als eine der technisch fortschritlichsten Strassenbahnen der Welt.

Wir raffen uns erneut auf, denn es gibt noch viel zu entdecken.

Gegen Abend fahren wir weiter, möchte keine Nacht mehr am Hafen verbringen.

 

 

Dune du Pilat

Von Bordeaux sind es c. 80km bis Arcachon an der Atlantikküste. Der Camp liegt Nahe den Dune du Pilat die wir auf keinen Fall verpassen möchten; aber heute sind wir zu müde.

Gewaltig ragt sie 110 Meter in die Höhe und ist 500 m breit und 2,7km lang. Sie ist die grösste Wanderdüne Europas.

Dahinter beginnt der Kieferwald in dem ein paar Camps liegen. Eigentlich sollte man NIE in einem Nadelwald Campen, denn wenn Feuer ausbricht brennen die Bäume lichterloh und ein entkommen ist schlich nicht möglich. Diese Erfahrung sammelten wir in Portugal und sahen welche verheerende Folgen das hatte.

Heute schauen wir uns den Zoo DU BASSIN D'ARCACHON an. Es sind nur ca. 10km vom Camp und so nehmen wir das Fahrrad und geniessen die schönen Fahrradwege die bis vor den Tierpark führen. Wir stehen am ersten Gehege und nebenan hören wir ein lautes Brüllen. Komm schauen wir uns den Löwen an - kein Löwe schreit da, sondern die schwarzen Brüllaffen rennen aufgeregt auf dem Stamm hin und her. Sowas haben wir noch nie gehört, das war ohrenbetäubend. Wir geniessen den Rundgang in diesem grossen Zoo - aber das Highlight war die Giraffendame, die bis an den Steg kam und mir aus der Hand frisst.... so cool !!

Gegen Abend erklimmen wir die Düne, drei Schritte vorwärts und zwei zurück. Es ist unglaublich anstrengend - nur nicht runterschauen während dem Gehen. Der Ausblick von oben ist super.

Wir fahren sonntags weiter und brauchen heute die Zeit fürs Internet

 

San Sebastian

Seit Sonntag stehen wir in Spanien - San Sebastian auf einem Womo-Stellplatz. Wir haben noch den letzten Platz ergattert und für den Anhänger auch noch eine Ecke erwischt. Der Platz ist nun wirklich nicht schön, es stehen Womo an Womo aber hier sind wir sicher und mit dem Fahrrad sind es nur wenige Minuten in die Stadt.

Also nix wie los....... der langen Strandpromenade entlang. Es herrscht Ebbe und am breiten Sandstrand ist eine Menge los; viele geniessen noch die letzten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut.

Uns wurde der Monte Urgull empfohlen, der aber nur zu Fuss erreichbar ist. Wir binden am Hafen unsere Fahrräder zusammen und machen uns auf den Weg. Bald lassen wir die laute Stadt hinter uns und nur noch unser keuchender Atem ist zu hören. Es geht steil bergauf und hin und wieder erhaschen wir einen Blick auf das Meer und die blaue Weite. Es ist ziemlich heiss und wir schwitzen trotz dem Schatten, der uns die alten Bäume spenden.

Aber der Aufstieg hat sich gelohnt! Von hier oben haben wir einen gewaltigen Blick über die ganze Stadt. Hoch oben steht eine Kapelle mit aufgesetzter Jesus-Statue. Wir besichtigen die guterhaltene Burg die mehrfach zerstört und wieder aufgebaut wurde.

 Der Abstieg fällt uns wesentlich leichter. Wir belohnen uns mit der besten Glace in ganz San Sebastian bevor wir uns zur Standseilbahn "Funicular" zum Monte Igueldo aufmachen.

Mit mehr als hundert Jahren Geschichte ist die Standseilbahn das beliebteste Transportmittel um den Berg Igueldo zu erklimmen. Monte Igueldo ist seit 1912 ein Vergnügungspark. Wir geniessen nochmals eine spektakuläre Aussicht über das Meer, San Sebastian und das Hinterland; bevor wir erneut in die Bahn steigen. Ein mulmiges Gefühl kommt auf und ich hoffe, dass die Seile auch diesmal halten.

Heute nehmen wir noch die Altstadt unter die Füsse, bevor wir morgen Mittwoch wieder weiterziehen.......

Santiago de Compostela

Wir verlassen San Sebastian am frühen Morgen und der nächste Stellplatz in Giyon erreichen wir in den Abendstunden. Hier bleiben wir nur für eine Nacht - unser nächstes Ziel Santiago de Compostela. Sehr viele Wanderer sind unterwegs und richten sich nach den Wegweisern, der Jakobsmuschel, dessen Stahlen nach Nordwesten zeigen - die allesamt gut sichtbar zum Teil der Autostrasse entlang führen.

 Santiago ist der spanische Name des Heiligen Jakobus der Schutzpatron von Spanien.

 Die Compostela ist eine Pilgerurkunde, die von den kirchlichen Behörden gewährt wird und die bescheinigt, dass der Pilger eine Mindeststrecke von 100 km zu Fuss oder Pferd (200 km mit dem Fahrrad) auf dem Jakobsweg zurückgelegt hat. Als Jakobsweg wird eine Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa bezeichnet, die alle das angebliche Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela zum Ziel haben.

 Leider ist uns der Wettergott nicht gut gesinnt und es regnet in Strömen....... Wir verharren den ganzen Tag im Womo und sehen uns die Stadt am nächsten Tag an mit den Fahrräder an. 

 

Porto

Nach zwei Tagen zieht es uns wieder raus aus der Stadt nach San Vincente do Grove. Wir stehen ganz alleine auf einem grossen Stellplatz und geniessen einen tollen Spaziergang auf einem langen Holzdielenweg der sich an der Küste entlang schlängelt. Wir setzen uns auf einen riesigen Felsbrocken und sehen zu, wie die Flut immer mehr Steine zudeckt - ein kühler Wind weht uns entgegen und wir kehren um.

Porto ist eine Grossstadt und es kommt wie es kommen muss...... vor lauter Strassenüber- und Unterführungen verzweifelt unser Navi und führt uns komplett an der Nase herum. Wir landen in engen, steilbergab führenden Gassen wo kein Durchkommen für Womos ist - es bleibt uns nur noch eines, Anhänger abkoppeln und mit aller Kraft schaffen wir es ihn zu drehen. Dass muss eine Lehre sein - dass darf uns nie mehr passieren!!!

Endlich haben wir den Stellplatz an der Quaimauer vom Fluss Douro erreicht und sind von den Ereignissen völlig erledigt. Unser Stadtrundgang beginnen wir mit dem Roller und sehen uns die Altstadt Ribeira an. Wir knipsen viel Sehenswertes - aber Porto hat uns gar nicht gefallen und wir fahren einen Tag früher als vorgesehen weiter der atlantischen Küste entlang.

Wir fahren weiter der Atlantikküste entlang mit einem mulmigen Gefühl wegen dem heftigen Wirbelsturm "Lorenzo" der auf den Azoren erwartet wird. Wird er später an der portugiesischen Küste eintreffen oder zieht es ihn nach England??? Wir behalten das im Auge und verbringen zwei Tage in San Pedro. Das Wetter ist regnerisch und kühl. Trotzdem fahren wir mit dem Roller auf die Anhöhe und haben einen tollen Blick über die gewaltige Steilküste und den tosenden Atlantik.