
Die Fahrt von Taghazout nach Sidi Ifni führt uns durch Landschaften die geprägt sind von dem beginnenden Frühling. Die Felder werden gepflügt und für die Saat vorbereitet. Das feine hellgrün der Pflanzen und Büsche sind wie Lichtpunkte in dem sonst kargen und steinigen Boden. Nun sind wir ein zweites mal in Sidi Ifni - aber nur für drei Nächte. Obwohl wir südlicher sind als Agadir, ist das Wetter kühler und die Wolken verziehen sich erst gegen Mittag.
Das Klima hier in Sidi Ifni wird von zwei Gegensätzen geformt; den Winden aus der sehr trockenen Sahara und den Nebelschwaden, die durch den Kontrast zwischen dem kalten Atlantikwasser und dem warmen Festland entstehen.
Im Winter ist dieser Kontrast nicht so stark, so dass um die Mittagszeit meist ein strahlend blauen Himmel herrscht...... aber schon gegen drei oder vier Uhr kriechen die ersten Wolken (siehe Bild) über die Küste heran. Diese beständige Feuchtigkeit lässt den Rost blühen und die Farbe von den Häuserfronten blättern (siehe Bilder). Auch in den Häusern muss man durch ständiges Lüften dafür sorgen, dass nicht alles feucht wird und schimmelt. Im Durschnitt fallen hier ca. 133mm Regen, das meiste davon im Dezember. Sobald der Regen sich verzogen hat, sehen wir viele Decken, Matratzen und Kissen an der Sonne trocknen.
Der Camp vor der Stadt ist neu und viele Touristen sind schon weitergezogen. Mit dem Roller sind wir schnell in der Stadt. Sonntagmorgen packen wir unsere Schmutzwäsche auf den Roller und kurven zum neuen Waschsalon. Nachmittags unternehmen wir einen kurzen Abstecher auf dem Markt.
Uns wurde das Restaurant NOMADE empfohlen. Die Einrichtung ist sehr sauber und gepflegt und bis ins kleinste Detail geschmackvoll. Es war sehr lecker. Aber bei Nacht zurück auf den Camp fahren ist in Marokko nicht ganz ohne. Viele sind ohne Licht unterwegs, Tiere überqueren die Fahrbahn, sowie Schlaglöcher können erst zu spät erkannt werden.
Von Sidi Ifni fahren wir am Meer entlang auf einer ungewissen Strecke. Noch ist die Strasse geteert und das ermuntert uns, dass diese Entscheidung richtig ist.....
Der Abzweiger zum Fort Bou Jerif ist nach 30km erreicht und nun geht's bergauf - alles noch wunderbar!!
Jetzt, nach Navi rechts abbiegen - ja..... wir wissen, dass nicht die ganze Strasse geteert ist und fragen uns sollen wir dieser Naturstrasse trauen? Sie sieht nicht schlecht aus - also los fahren wir.
Nach einem km wird der Feldweg immer ausgewaschener, grosse Steine werden sichtbar, der Weg kommt immer mehr in Schieflage...... keine Chance zum Wenden. Wir hoffen, dass es wieder besser wird und ja keinen Gegenverkehr. Die Gläser im Womo klimpern, die Angst ist spührbar. Bei einer Mulde streifen wir, hoffentlich nicht den Wassertank....... immer noch keine Stelle zum Wenden - die Nerven liegen blank. 2km haben wir bereits hinter uns, 9km vor uns. Auf der Anhöhe einen kurzen Blick in die Tiefe - ich sehe ein anderes Womo. Wir sind nicht sicher ob er eine Pause macht, oder stecken geblieben ist und fahren vorsichtig weiter. Es ist ein Jeep - aber wir bleiben erneut stecken uns schaffen es mit der letzten Kraft aus der Mulde.
Der Franzose rät uns vor der Weiterfahrt ab und meint die Strasse wird noch viel schlimmer. Er und seine Partnerin helfen uns den Anhänger drehen und wir finden doch noch ein Platz zum Wenden vom Womo. Das Stützrad hat gelitten und ist krumm und nicht mehr zu gebrauchen - also weg damit. Erneut Anhänger an Womo und zurück - wir bleiben nun definitiv in der Mulde hängen und es gibt kein Rückwärts und kein Vorwärts mehr.
Wir stehen irgendwo im Nirgendwo im schlangenreichsten Gebiet von Marokko und sind festgefahren - na Bravo....
Der Franzose hilft Wolfi den Anhänger vom Womo zu lösen und bietet uns an, mit seinem Jeep den Anhänger bis zur geteerten Strasse zu ziehen.
Was für ein Glück !!! Hätten diese Schutzengel nicht eine Pause eingelegt - ich denke wir sässen immer noch in dieser Steinwüste und hätten uns nicht selber befreien können. Wenn das keine Lehre ist...... dann ist uns nicht mehr zu helfen.
Nun fahre ich das Womo ganz langsam zurück auf die befestigte Strasse. Der Schock sitzt tief.
Nach der Inspektion vom Womo und Anhänger haben wir einfach grosses Glück gehabt und sind sehr Dankbar.
Uns ist die Besichtigung vom Fort Bou Jerif definitiv vergangen und fahren auf der geteerten Strasse zurück nach Sidi Ifni und von dort über Guelmin zur Oase Tighmert auf den Camp Aain Nakhla.
Weitere Bilder von der Fahrt nach Tafraoute. Auf enger und schlechter Strasse geht es hinauf zu einem Hochplateau auf 1300 m. Karge, aber dennoch wunderschöne Landschaft begleitet uns. Zum Glück begegnet uns fast kein Gegenverkehr, denn auf dem Asphalt hat nur gerade ein Auto platz und das Ausweichen wird extrem schwierig, weil der Teer ausgefranst und ca. 10cm höher ist als der Kies.
In Tafraoute bleiben wir nur für drei Tage. Viele Franzosen stehen noch hier, die das Mandelblühten Fest besuchen wollten, dass aber wegen dem Corona Virus kurzfristig abgesagt ist.
Wolfi besucht im Städtchen einen Coiffeur. Prima Schnitt - er ist sehr zufrieden.
Heute besucht uns Andre und Ewa, ein polnisches Ehepaar, dass auch ihr in Tafroute campt. Wir haben mit ihnen viele Erfahrungen ausgetauscht. Vielleicht sieht man sich in Polen wieder.....
Taroudannt ist ein Touristenmagnet und gleichzeitig Ziel und Ausgangspunkt vieler Ausflüge. Sie gilt als Perle des Südens und trägt den Namen "klein Marrakech". Hier ragt auch der höchste Berg Marokkos, Mont Toubkal (4`170 m) mit einer gezuckerten Spitze in die Höhe. Die Stadt zählt mit ca. 72.000 Einwohner zu der Region Souss-Massa-Daraa.
Die Stadt ist von einer sieben Kilometer langen und 6-8m hohen, historischen Stadtmauer rund um die Medina umgeben. Diese wurde aus Stampflehm errichtet und befindet sich in einem guten Zustand. Wir besichtigen die Mauer mit ihren etlichen Toren von einer Kutsche aus und werden von Mohamed über die vielen Sehenswürdigkeiten informiert. Das Hotel Palais Salam, der ehemalige Palast eines Paschas, ist vollständig in die Bastion der Kasbah integriert, eine Wunderwelt mit einzigartiger orientalischer Atmosphäre.
Nach einer Stunde sehen wir uns den arabischen Souk an in dem Juweliere, Antiquaren und Trödler dominieren, während der berberische Souk durch Gewürzhändler, Obst und Pflanzen geprägt ist.
Auf dem zentralen Platz der Stadt Al-Alaouine geniessen wir einen marrokanischen Tee und schauen dem bunten Treiben zu.
Eine Bitte an alle die in südliche Länder reisen; sei es Marokko, Tunesien, Ägypten etc...
Bei einer angebotenen Kutschenfahrt solltet ihr immer auf die Gesundheit des Pferdes achten. Ist es gut genährt, hat es offene Wunden etc. etc. Bei einem Kutscher der uns mitnehmen wollte habe ich dankend abgelehnt und ihm erklärt, dass wir nur mit einem gut genährten und gepflegten Pferd die Fahrt annehmen werden. Ich denke nur so lässt sich das unsägliche Leid der geschundenen Pferde und Esel etwas lindern.
Wir sind wegen dem Corona Virus, dass nun auch Marokko erreicht hat, auf unseren Campingplatz in Taghazout zurück gekehrt und warten bis sich die Lage beruhigt hat.
Sobald wir wieder on Tour sind, werden wir euch wieder berichten.
Bleibt gesund - herzlichst eure Globetrotter
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Lange, lange ist es her, dass wir uns um unsere Internetseite gekümmert haben. Viel war passiert und wir möchten euch darüber berichten.
Wegen Corona wollten wir auf dem Camp in Taghazout ausharren - jeden Tag wurden wir alle von der Platzbetreiberin zur Rezeption gebeten um das Neueste zu erfahren.
Nun hiess es, das allerletzte Schiff verlässt den Hafen von Ceuta am 22. März - Marrokko mache dicht, auch darf man den Camp nicht mehr verlassen. Wer auf Medikamente angewiesen ist, sollte so rasch als möglich nach Ceuta fahren. Nächsten Morgen um 6.00 h war alles gepackt und wir fuhren die 900 km praktisch ohne Halt, nur mit Fahrerwechsel. Gegen Abend angekommen trauten wir unseren Augen nicht..... über 100 Womos standen bereits am Hafen und es werden immer mehr!! Es regnet heftig und der Wind peitscht die Gischt der Wellen an unser Womo. Die Camper stehen draussen, die Regenjacken tief ins Gesicht gezogen - es ist ein Gemurmel und Gefluche...... keiner weiss Bescheid.
Hier standen wir also zwei Tage bis es hies, es geht kein Schiff mehr - Ratlosigkeit macht sich breit, war es eine falsche Entscheidung.......Die Zustände am Hafen wurde prekär und unhygienisch. Die Meldung, die Polizei räumt den Platz und wir werden irgendwo platziert, machte uns Angst.
Dann die Meldung - es gibt ein grosser Platz nach dem Hafen von Tanger med und wir sollen uns dem Convoi anschliessen. Der Platz war riesig, ausserhalb der Stadt und die fleissigen und geschäftstüchtigen Araber haben innert kürzerster Zeit Toiletten, Frischwasser, Strom, sowie Lebensmittelcontainer aufgestellt. Wir haben gestaunt - das wäre in der Schweiz def. zuerst über diverse Ämter gelaufen für diverse Bewilligungen etc. etc. Wir standen hier mit vier sympatischen Schweizer und haben das Beste aus der Situation gezogen - Kuchen gebacken und zusammen gesessen.
Nun stehen wir also hier, auf dem Platz und viele Falschmeldungen kommen uns zu Ohren. Nur Franzosen werden mit dem Schiff mitgenommen, dann wieder nur Personen die der EU angehören dürfen mit etc. etc....
Wir werden mit Lautsprecher immer wieder zum Ausgang gerufen um Neuigkeiten zu erfahren. Der französische Botschafter wird mit Fragen bedrängt und einige Franzosen verlieren die Nerven und fangen an zu pöbeln, sowie Mitarbeiter vom Konsulat werden aufs übelste beschimpft.
Nach mehr als zehn Tage kam auch für uns die erlösende Nachricht, dass wir morgen mit einer Polizeieskorte abgeholt werden. Im Hafen werden wir gescannt und dürfen anschliessend in den Rumpf des Schiffes fahren. Millimeter genau wird geparkt. Wir gehörten zu den glücklichen, die eine Kabine beziehen konnten und haben diese mit Jaqueline und Martin geteilt.
Im obersten Deck sind die Vierbeiner untergebracht. Lautes Bellen und gejammert vermischt sich mit dem dröhnen und vibrieren der Schiffsmotoren. In engen Zwingern mussten sie in der Kälte ausharren und so mancher Besitzer fand es nicht nötig seinem Freund eine Decke zu geben. Meiner hätte ich in die Kabine geschmuggelt!!
Nach zweieinhalb Tagen erreichen wir Sete in Frankreich. Das schöne Städtchen konnten wir leider nicht besuchen und werden gleich nach dem Zoll mit Polizeieskorte auf die Autobahn verfrachtet. Gemütlich fahren wir Richtung Schweiz und Übernachten nur einmal in Rolle.
Dank unserem Sohn Daniel konnten wir auf dem Bauernhof-Camp in Läufelfingen einen Platz finden.
Leider wurde aus unseren Plänen, in den hohen Norden zu reisen nichts und so treffen wir uns hier mit Freunden.