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Februar

Medina in Agadir

 

Im Februar 1960 zerstörte ein kurzes, heftiges Erdbeben die ganze, historische Altstadt von Agadir. Das Epizentrum lag genau unter der Medina.

Ein Mann namens Coco Polizzi aus Sizilien, der aber in Rabat (Marokko) geboren ist und zu einer Architektenfamilie gehört, hat die neue Medina auf traditioneller Weise nachgebaut.

Sie spiegelt die Altstadt authentisch wieder und ist wunderschön und auf jeden fall sehenswert. Die Konstruktionen sind aus Steinen, Erde und Holz.

Nun hat Polizzi vor, in den nächsten Jahren die Medina zu vergrössern....... wir sind gespannt.

Wir laufen durch viele verwinkelte Gassen, und staunen über die Vielfältigkeit dieser Baukunst. Wir sind überwältigt!! Natürlich treffen wir auch hier auf geschäftstüchtige Marokkaner, die so manchem Tourist ein Kleid, Schal oder Arganöl verkaufen wollen.

Heute entschliessen wir uns zu einer spektakulären Fahrt mit dem Roller zu den Wasserfällen von Immouzer - 130km - verrückt nicht.......

Die Strasse folgt dem "Tal des Asif Tamrhakht" und schlängelt sich vorbei an tief eingeschnittenen Schluchten mit Oliven, Argan und blühenden Mandelbäume. Am Anfang ist die Strasse harmlos und führt durch ein hügeliges Gebiet mit wild wachsenden Büschen und hochgewachsene Sträucher. Wolfi ist vorerst am Fahren und ich geniesse diese tolle Landschaft. Nach ein paar Kilometer fängt die Strasse stetig an zu steigen und ich sehe im Tal zwischen den Bergen vereinzelte kleine Dörfer. Bald haben wir die erste Höhe erreicht und nun reiht sich eine Kurve nach der andern Tal abwärts. So geht die Tour weiter, bergauf, bergab. Die Kieselsteine auf der Strasse machen die Fahrt anstrengend und gefährlich. Fritz und Sonja fahren mit ihrem Jeep voraus.

Bevor wir die Wasserfälle erreichen gibt es ein Picknick. Holzkohle haben wir dabei, und so steht einem gebratenen Steak mit marokkanischem Fladenbrot und einem kühlen Bier nichts mehr im Wege. Nach einer Stunde geht's weiter und nun tauchen auch die ersten Ortsschilder auf "Immouzer," Es ist eine kleine Ortschaft mit ein paar Häuser, zwei Restaurants und jede Menge Souvenierläden. Im Schatten von Palmenhainen über einen kleinen Fussweg gelangen wir nun zu den besagten Wasserfällen - leider ist Marokko dieses Jahr sehr trocken und nur ganz hinten im Tal hat sich das Wasser in einem kleinen Becken gesammelt. Leider können wir keine spektakulären Bilder knipsen von laut dröhnenden Wassermassen, die über die mit Farnen bewachsenen Kalksteinwänden donnern. Wir werden ganz sicher nächstes Jahr wieder kommen - inschallah......

 Um trotzdem von den Touristen ein wenig Dirhams zu bekommen springen Männer von unterschiedlichen Höhen in das noch gefüllte Becken. Ein Marokkaner erzählt uns, dass der Springer genau kalkulieren muss, auf welcher Stelle er in das kühle Nass eintaucht. Auch wir klatschen ihm zu und machen ein paar Dirhams locker. Für uns wird es höchste Zeit für den Rückweg. In der Region Immouzer ist Thymianhonig eine Spezialität. Jedes Jahr im Mai findet hier ein Honigfestival statt, deshalb nennt man den Weg nach Immouzer "Strasse des Honigs". Kurz noch einen Abstecher im Restaurant auf einen frischen Orangensaft und schon kurven wir auf den engen Strassen aus dem Tal, das zu den Ausläufern des hohen Atlas zählt.

Wir sind jedes mal dankbar wenn wir wieder gesund im Womo ankommen - was auf keinen Fall selbstverständlich ist!! Müde und voller neuer Eindrücke freuen wir uns auf den morgigen Tag.

Wasserfälle / Imouzzer

 

 

Heute packen wir unsere sieben Sachen und bestellen ein Taxi, dass uns auf den Flughafen in Agadir bringt. Meine Mum feiert ihren 91. Geburtstag und wir wollen ihr persönlich gratulieren.

Der Flug in die Schweiz ist sogleich eine Verlängerung für Marokko. 90 Tage kann man als Tourist bleiben - 180 Tage ist das Maximum.

In Bordeaux gibt es eine Zwischenlandung und bei diesem Sturm, der von den britischen Insel herkommend über Frankreich und die Schweiz zieht, ist es alles andere als gemütlich!!! Der Landeanflug fühlt sich an, wie auf einer vereisten Rodelbahn wo man keine Chance hat zu bremsen. Das gleiche nochmals bei der Landung in Basel. Da bin ich doch lieber mit dem Womo unterwegs.......

Melanie holt uns um elf Uhr abends ab und wir dürfen die Tage bei ihr in der neuen Wohnung verbringen - nochmals ein herzliches Dankeschön Maus.

Am 19. Februar sind wir dann bei Mom am Geburtstagsfestli, und geniessen mit vielen Gratulanten Kaffee und Kuchen. 

Nun stehen vor der Rückreise noch viele Termine an und die Zeit vergeht einfach zu schnell. Leider reicht die Zeit nicht um alle Freunde zu treffen.

Nach ein paar Tagen sind wir dann schon wieder in der Wärme und gleich bei Fritz am Geburtstag eingeladen und feiern in einer buntgemischten Camper runde. Ich backe für ihn eine Quarktorte die wir dann am Abend zu viert genüsslich verspeisen.

Der Monat Februar neigt sich dem Ende zu und wir wollen weiterziehen. Wir verabschieden uns von vielen liebgewordenen Camper die alle nächstes Jahr wieder hier sein werden.